Trennungen können Panikattacken auslösen

Für viele zählt eine feste und langfristige Partnerschaft zu den wichtigsten Zielen im Leben. Denn das gegenseitige Vertrauen, die gemeinsamen Unternehmungen und Erlebnisse und der feste Halt im Leben stellt für Viele ein unverzichtbares Gut dar.
Solange diese Partnerschaft harmonisch verläuft und keinerlei Probleme auftreten scheint die Welt für die einzelnen Partner in Ordnung zu sein. Umso schlimmer ist es dann, wenn die Beziehung zerbricht und die Personen ihr Leben vollkommen alleine bewältigen müssen.
Je nach Charakterstärke und anderen persönlichen Eigenschaften wird dieser Trennungsschmerz von Jedem völlig anders verarbeitet.

Vom Liebeskummer bis hin zur Panikstörung

In der Regel reagieren die meisten Beteiligten mit klassischem Liebeskummer, der sich in einer Form von Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Lustlosigkeit äußern kann. In diesem Zustand wird der zerbrochenen Beziehung nachgetrauert, sodass diese gemeinsame Zeit oftmals nochmal passiv durchlebt wird. Diese Phase ist jedoch meist zeitlich überschaubar und wird dann von der Lust auf einen neuen Lebensabschnitt abgelöst.
Dieser Verlauf spiegelt den klassischen Prozess nach einem Beziehungs-Aus wieder, bei dem die Beteiligten ein stabiles soziales Umfeld und ein ausgeglichenes Innenleben aufweisen.

Statistiken zeigen jedoch auf, dass mittlerweile immer mehr Personen wesentliche Probleme mit der Bewältigung der zerbrochenen Beziehung aufzeigen. Das Wohnen und Schlafen ohne Partner und auch die alleinigen Freizeitbeschäftigungen stellen Viele vor derart große Probleme, dass sie ihr eigenes Leben kaum noch zu bewältigen wissen. Immer mehr Betroffene schildern Angstzustände – meist in Situationen in denen sie alleine und auf sich gestellt sind. Diese Zustände können dann auch von Herzrasen und Schweißausbrüchen begleitet sein – bis hin zu einer wahren Todesangst! Diese Zustände werden von Medizinern mit der Diagnose „Panikstörung“ beschrieben.

Klassische Symptome einer Panikstörung

Grundsätzlich sind Panikattacken – im Gegensatz zur Angststörung – mit einer wahren Todesangst verbunden. Die Betroffenen sind der Meinung, dass sie aus der speziellen Situation keinen Ausweg finden und in absehbarer Zeit versterben werden. In den meisten Fällen treten diese Attacken in einsamen Momenten auf – können aber auch durchaus in Gesellschaft zum Vorschein kommen. Panikattacken zeichnen sich dadurch aus, dass sie den Betroffenen relativ schnell und heftig überrollen. Während die Person anfangs oftmals über Unwohlsein, Engegefühl im Brustkorb und über Herzrasen klagt so treten sehr zeitnah weitere Begleiterscheinungen auf. Neben starken Schweißausbrüchen, einem erhöhten Puls und Ohnmachtsgefühlen sind viele Betroffene davon überzeugt in naher Zukunft zu versterben. Sie haben das Gefühl der Machtlosigkeit, fühlen sich dieser schrecklichen Situation schutzlos ausgeliefert und scheinen sich auch von Dritten nicht helfen lassen zu können.

Wichtige Verhaltensweisen bei einer Panikattacke

Keine Frage: Panikattacken stellen sehr unangenehme Momente dar, die sich jedoch durch gezielte Maßnahmen deutlich erträglicher zeigen.
Im Folgenden werden nun die wichtigsten Verhaltensweisen aufgeführt, die im Rahmen einer Panikattacke helfen können. Wichtig zu wissen: Diese Verhaltensweisen werden nur die Symptome der momentanen Attacke mildern – die Ursache für die Panikattacke jedoch nicht beheben!

– Ablenkung suchen
Im Rahmen einer Panikattacke werden vor allem die organischen Symptome besonders intensiv beobachtet. Um sich von den körperlichen Beschwerden zu distanzieren sollten sich die Betroffenen aktiv ablenken. Dies kann durch 2 unterschiedliche Methoden geschehen:
Zum Einen kann die direkte Umgebung für ausreichend Ablenkungsmomente sorgen. So können Mitmenschen beobachtet, akustischen Reizen gelauscht oder körperliche Bewegungen begonnen werden. All diese Möglichkeiten lenken vom eigentlichen Geschehen ab und werden dafür sorgen, dass die eigentliche Panikattacke deutlich schwächer bzw. auch kürzer wahrgenommen wird.
Zum Anderen können aber auch konkrete Ablenkungsgegenstände mitgetragen werden – wie zum Beispiel Knetbälle. Diese Bälle werden bei einer Attacke intensiv bearbeitet, sodass die gesamte Konzentration auf genau dieses Objekt abzielt (und die Panikattacke damit in den Hintergrund tritt).

– Atemtechnik anwenden

Um den gesamten Organismus während einer Attacke zu beruhigen kann auch eine spezielle Atemtechnik angewandt werden. Diese wird meist von Psychotherapeuten oder auch Fachärzten vorgestellt und angelernt, sodass die Betroffenen ihre Panikattacke sprichwörtlich „wegatmen“ können.

– Sich selber Mut zusprechen

Vor allem im Anfangsstadium der Erkrankung können sich die Betroffenen während der Attacken noch selber Mut zusprechen. Dabei heben sie hervor, dass es derzeit keinen Grund für eine derartige Eskalation gibt und können sich so meist selber beruhigen. Erst im Laufe der Zeit werden die Attacken deutlich intensiver und langatmiger, sodass eine solche Beruhigung dann kaum noch möglich ist.

Professionelle Hilfe bei Panikstörungen

Sobald erste Anzeichen einer solchen Panikstörung auftreten sollten sich die Betroffenen professionelle Unterstützung einholen. In der Regel erkennen die Hausärzte sehr schnell, ob ein organisch bedingtes oder ein psychologisches Problem vorliegt.
Wie bei allen anderen Erkrankungen gilt auch bei der Panikstörung: Je eher professionelle Hilfe in Anspruch genommen wird umso größer sind die Bewältigungs- bzw. Heilungschancen. Im Bereich der Panikstörungen gehen die Psychotherapeuten nach einem ganz konkreten Leitfaden vor:

Die Therapie bei Panikstörungen kann entweder ambulant oder stationär erfolgen. Während die meisten Patienten zu Beginn der Erkrankung noch ambulant betreut werden können so müssen Viele bei einer manifestierten Erkrankung stationär behandelt werden.
Im Rahmen der Psychotherapie werden vorab alle wesentlichen sozialen, beruflichen und familiären Fakten abgefragt um mögliche Auslöser für die Attacken zu finden. Anschließend wird der Patient seine Symptome detailliert schildern können und diese in Verbindung mit den möglichen, unterschiedlichen Auslösern bringen. Im Zuge der Therapie werden Lösungsansätze besprochen und erlernt, wie sich der Patient bei zukünftigen Attacken positiv verhalten kann. Ziel der Psychotherapie ist keineswegs die Verdrängung der Panikattacken, sondern die Linderung der Symptome. Denn gegen die Panikstörung als Solche gibt es keine Therapie – nur die Lösungsansätze können erarbeitet werden.

Panikattacken als Folge von Trennungen

Die genannten Beispiele zeigen auf, dass eine Trennung die beste Basis für eine Panikstörung bietet. Denn nach diesem Ereignis sind viele Personen komplett auf sich alleine gestellt, nehmen ihren Körper übermäßig deutlich wahr und reagieren auf jegliche Reize besonders sensibel.
Um den Panikattacken nach einer Trennung möglichst schnell den Kampf anzusagen sollten sich die Personen in der Öffentlichkeit ablenken, Freunde treffen und dem alltäglichen Leben nachgehen. So wird der eigentlichen Panik nur noch sehr wenig Raum gegeben. Hier gibt es auch eine sehr gute Anleitung, was du direkt nach der Trennung machen solltest.
Das aktive Leben hat noch einen weiteren wichtigen Vorteil: Durch die täglichen Anforderungen des Lebens wird auch das Selbstbewusstsein der Betroffenen gestärkt, sodass sie auch möglichen Panikattacken selbstbewusst und kämpferisch gegenüber treten werden. So ist es möglich, dass erste Attacken bereits in ihren Anfängen sicher und konsequent bekämpft werden.