Agoraphobie Therapie

Du möchtest Dich genauer über die Behandlung einer Agoraphobie informieren? Welche Angebote gibt es in diesem Bereich? Und wie wirksam kann die Agoraphobie Therapie sein? In diesem Artikel steht alles Wichtige!


    1. Welche Agoraphobie Therapie Angebote gibt es?

Für die Behandlung dieser panischen Störung werden sowohl psychotherapeutische als auch medikamentöse Verfahren eingesetzt. Zunächst wollen wir auf die medikamentöse Therapie genauer eingehen:

  • Hierbei kommen vor allem zwei Medikamentengruppen zum Einsatz.

  • Dies sind Antidepressiva und Benzodiazepine.

  • Für beide Gruppen gibt es ausreichend wissenschaftliche Wirksamkeitsnachweise.

Beginnen wir mit der Gruppe der Antidepressiva. Diese sind nachgewiesenermaßen wirksam – besonders trifft dies auf die trizyklischen Antidepressiva (TZA) sowie auf die selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) zu.

  • Bei den meisten TZA konnte kurz- bis mittelfristig (ca. 1 Jahr) eine erhebliche Besserung der Beschwerden festgestellt werden. So setzte 2 bis 6 Wochen nach dem Beginn der Einnahme eine anti-panische Wirkung ein.

  • Die anfängliche Dosis sollte zunächst bei 10 mg liegen und im Laufe der Zeit gesteigert werden.

  • Zu beachten sind jedoch die diversen Nebenwirkungen, die teilweise recht belastend ausfallen können.

  • Dazu gehören neben Ängsten und Unruhe auch Zittern, Schlafstörungen sowie eine erhöhte Herzfrequenz.

  • Weitere Nebenwirkungen können neben Mundtrockenheit auch Obstipation und Schwindel sein.

  • Agoraphobie Therapie
  • Agoraphobie Ursachen

Diese Nebenwirkungen verschwinden zwar erfahrungsgemäß nach einigen Tagen. Dennoch tragen sie nicht selten dazu bei, dass diese Form der Therapie vorzeitig abgebrochen wird. Im Allgemeinen dauert eine Therapie mit den TZA zwischen sechs bis 18 Monaten.

Eine Alternative hierzu stellen die SSRI da. Deren Wirkung setzt ebenfalls erst nach mehreren Wochen ein, sie gelten aber schonender als die TZA. Die Nebenwirkungen sind jedoch ähnlich.

  • Die zweite Gruppe sind die Benzodiazepine.

  • Der Wirkungseintritt ist sofort.

  • Zugleich fallen auch die Nebenwirkungen deutlich geringer aus.

  • Bei einer langfristigen Einnahme können jedoch gravierende Nebenwirkungen wie Persönlichkeitsveränderungen, Muskelschwäche und Störungen der Psychomotorik auftreten. Auch Vergesslichkeit sowie depressive und ängstliche Verstimmungen sind in diesem Zusammenhang zu nennen.

  • Ferner ist die Gefahr einer Abhängigkeit gegeben.

Daher eignen sich die Benzodiazepine NICHT zu einer langfristigen Einnahme! Für einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen erweisen sie sich aber als relativ ungefährlich.

    1. Was ist mit der Agoraphobie Psychotherapie?

In diesem Zusammenhang gibt es verschiedene Therapieangebote wie etwa eine gesprächspsychotherapeutische, eine psychodynamische oder eine kognitiv-verhaltenstherapeutische. Als besonders wirksam gelten die Konfrontationstherapie sowie die kognitive Therapie.

  • Bei beiden Varianten soll der Teufelskreis aus Flucht- und Vermeidungsverhalten und Angst durchbrochen werden.

  • Und der Patient Strategien erlernen, mit deren Hilfe er der Angst ins Auge sehen und diese besser bewältigen kann.

Zunächst kommt es zu einer Problemanalyse, bei welcher ermittelt wird, welche Situationen genau Angst auslösen. Und wodurch diese verschlimmert beziehungsweise verringert wird. Danach entwickeln beide, der Patient und der Therapeut, ein Modell, um die Angst besser bewältigen zu können. Auch verschiedene Techniken für eine bessere Entspannung wie Autogenes Training oder Biofeedback können hier zur Anwendung kommen.

  • Danach erfolgt eine Konfrontation mit der Angst auslösenden Situation.

  • Diese kann auf verschiedene Art und Weisen durchgeführt werden.

  • Etwa in Vorstellung oder in der Realität (in sensu oder in vivo).

  • Auch eine kurzfristige oder eine längerfristige Anwendung ist denkbar.

  • Nach und nach erfolgt eine schrittweise Annäherung an diejenigen Situationen, die am stärksten die Angst auslösen.

Hierbei können auch Medikamente verschrieben werden – dies sollte jedoch stets nach Rücksprache mit dem Patienten (und dem Hausarzt) geschehen.

Die Behandlung selbst kann als Einzel-, aber auch als Gruppentherapie erfolgen. Bei letzterer werden sogenannte Unterstützungsgruppen gebildet. Diese bestehen aus Agoraphobikern, die zusammen zu den Terminen gehen und sich gegenseitig ermutigen, selbständig Konfrontationsaufgaben zu wagen beziehungsweise diese durchzuführen.

Die Wirksamkeit dieser Behandlungsmethode ist belegt – hierbei hat sich die Konfrontation in vivo jedoch als effektiver erwiesen als jene, die rein in der Vorstellung stattfindet. Wichtig sit zudem, dass die Konfrontation je Sitzung so lange durchgeführt wird, bis eien Reduktion der Angst in genau dieser Situation zu bemerken ist.